Geschichten

Wenn ich auf den vielen Spaziergängen und Wanderungen durch das Tal diese vielfältige Naturwelt entdecke, in welcher die Einheimischen leben, dann empfinde ich einfach Harmonie.  Nichts scheint zu viel und nichts fehlt. Diese Bilder vermählen sich mit den würzigen Düften der Wälder und der frischen Bergluft. Dazu kommen die Geräusche von Wind und Wasser. Diese Umgebung kann man nicht konsumieren, denn sie ist kein Produkt. Sie ist vielmehr ein Erlebnis, das nachhaltig und tief befriedigt

René Lüthi – Gastgeber

Seit ich denken kann, bin ich mit diesem Ort verbunden. Ich erinnere mich gut an die vielen Ferienwochen als Kind im Moos. Ob im Winter oder im Sommer: Sobald ich angekommen war, vergass ich das Zuhause und die Bergwelt nahm meine Aufmerksamkeit gefangen. Anders als heute, war die Loipe Goms damals noch nicht bis vor die Häuser im Moos geführt und das letzte Stück zu den Häusern war immer das härteste. Wir schaufelten uns durch die Schneemassen einen Korridor, welcher uns während des Ferienaufenthalts als Verbindungsweg diente, damit wir unsere Besorgungen im Dorf machen konnten. Die Winter waren sehr streng. Mein ständiger Begleiter war damals unser Familienhund Bobby. Ein Bernhardiner, so gross und kräftig, dass er mich im Sommer auf seinem Rücken über die Felder und durch die Wälder tragen konnte. Im Winter, so erinnere ich mich, zupfte ich Bobby die Schneeklumpen vom seinem langen braun-weissen Zottelfell ab. Diese froren ihm während er unseren Transportschlitten zog im Fell an.So bin ich im Moos, das seine Natürlichkeit bewahren konnte, bis heute verbunden. Und auch wenn Haustiere, jetzt wo es ein Ferienbetrieb ist nicht mehr möglich sind, geniesse ich jeden Moment hier.

Nur wer das Moos kennt kann verstehn,
wie gern man es möchte wiedersehn. Die rauschenden Wälder, die Bergeshöhn, das Dorf, die Wiese, alles so schön. Da kann man noch schlafen, da findet man Glück, drum kehren wir immer gerne zurück. Wir spüren es alle, auch ich und Du, da findet der Stadtmensch noch wirkliche Ruh.

 

1988 – M. Roth – Stammgast